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Entstehung und Deutung des Namens Jessen
Ein altes, eingessenes, evangelisches Bauerngeschlecht
aus Bondelum, von Hans Thomsen* ca. 1665 abstammend,
aus dem Kirsp. Viöl, im Herzogtum Schleswig.
Dort besaßen sie einen Hof, der 140 ha. groß
war, welcher dann im Jahr 1913 in zwei Hälften
geteilt wurde. Da die angeheirateten Männer
keine glückliche Hand hatten, wurde der Stammhof
so weit herunter gewirtschaftet, daß er 1976 zwangsversteigert,
und die Gebäude abgerissen wurden. Die Jessen
gehörten dort mit zu den drei größten
Bauern im Dorfe, wo sie in Abständen Bauernvögte
(Bürgermeister) waren. Von den Nachkommen
derselben gingen Pädagogen, Apotheker und
Handwerker hervor, während andere geistige
Würden erreichten, oder hohe Beamte wurden.
Es ist anzunehmen, daß schon lange vor 1660 Vorfahren
in Bondelum oder Umgebung seßhaft waren.
Der größte Teil der Nachkommen ist noch in
Schleswig ansässig, während einige in
andere Bundesländer abwandertern, oder nach
den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada
auswanderten.
Der Name ist patronymisch, zusammengesetzt aus dem
Vornamen "Jeß" und den Endsilben "sen" des Nachnamens = J E S S E N.
Es ist ein Dänischer, aus Südjütland stammender Name. Durch das Patronym
kam es, daß meistens die Kinder einen anderen Familiennamen hatten
als die Eltern.
Im Jahre 1771 wurde das Patronymikum abgeschafft. Alle
Personen, die nun bei der Namengebungs-Reform auch zufällig den
Vornamen Jeß hatten und einen Nachnamen mit den Endsilben
"sen", hießen automatisch auch Jessen, obwohl sie in keiner Verbindung zueinander standen.
Hans Jessen*1767 war der erste, der den Namen als endgültigen
Familiennamen führte. Seine Stammväter hießen Jeß Thomsen*
1726, Thomas Hansen* 1693 und Hans Thomsen* ca. 1665. Jeß
Thomsen, hatte noch zwei Brüder: Hans* 1717, aus seinem Namen
wurde der Stammname Hansen, welcher in dem Dorf Sollwitt
ansässig wurde, und Carsten* ca. 1722, dessen Sohn Claus Carstensen; über seinen Verbleib ist bisher nichts bekannt. So kam es, daß durch die drei Brüder die Familiennamen Jessen, Hansen und Carstensen entstanden.
Das Herzogtum Schleswig ist das Stammgebiet der Kimbern, Angeln, Wikinger, Jüten und Friesen. Bis etwa 1252 war nördlich des Flußes Eider bei der Stadt Kiel, bis zur Königsau im jetzigen Dänemark, dänisches Hoheitsgebiet. Ab 1386 erwarb das Holsteinische Adelsgeschlecht der Schauenburger Schleswig als Dänisches Lehen. Holstein war seit 1815 ein Glied des Deutschen Bundes. Als die Dänen 1848 Schleswig von Holstein trennen und wieder in Dänemark einverleiben wollten, kam es 1848-50 zum Deutsch-Dänischen Krieg, wobei Schleswig-Holstein von Dänemark erobert wurde. Im erneuten Krieg von 1864 wurde Dänemark durch Preußen und Österreich besiegt. Ab 1866 wurden beide Herzogtümer eine Preußische Provinz, welche heute einen Teil der Bundesrepublik Deutschland bildet.
Die Grenzen und die Nationalitäten wechselten über die Jahrhunderte, aber die alt eingessenen Familien blieben im Ursprung was sie waren, dänisch. |